Sonntag, 29. November 2009

You Sound Great

Es gibt einfach zu viel gute Musik da draußen – und ich habe selten die Zeit und oft genug nicht die Anhaltspunkte, um aus all dem Wust die Sachen herauszufiltern, die mir gefallen, zu meinen Ohren passen und mich durch den Sommer schweben lassen oder im Winter warmhalten.

Also bleibt nur eins, man verlässt sich auf den Rat guter Freunde, auf die Tipps der Musikcracks im weiteren Bekanntenkreis – und hin und wieder Kollegen Zufall, um den heimischen CD-Stock am Wachsen zu halten.



Oder aber, man besucht einfach regelmäßig diese Seite, mit handgemachten Musiktipps, ausgewählten Links zum Thema, erlesenen Neuerscheinungen und praktischen Konzertdaten. I love it.

Donnerstag, 26. November 2009

Wund.Brand



Herztod, vor dem Messer, das nie verfehlte.
Doch die Wunden, die mir zugefügt wurden,
ergeben die eine, die ich bin: offenblutend.

Und das Messer dem ich niemals auszuweichen vermochte, blitzt auf vor meinem Auge, halb Gedanke, noch in der Welt.

Der Schmerz, der ich einst gewesen war,
bläst noch heute: kühl in meine Richtung.


Dumpf trifft die Klinge, wo Heilung sich versuchte;
spritzt neues Blut aus alten Nähten: gurgelt Angst.


vor dem, was sein: und könnte.
Auch nicht, wenn ich verwehre.



Doch einen zarter Keim, der mir nach fremder Heilung schmeckt –
fand ich dort unter alten Dornen, verborgen nun in meiner Tasche

und mitgenommen dahin, wo die Reise endet,
auch wenn den Weg von hier ich niemals sah.

Montag, 23. November 2009

Steck deine Kindheit in die Tasche



…und renne davon, denn das ist alles was du hast.

Zitat aus „Romy“.

Freitag, 20. November 2009

Eine neue Romy

Zuletzt habe ich Jessica Schwarz in „Die Buddenbrooks“ wahrgenommen – und sie konnte mich nicht überzeugen, ebensowenig wie der Rest des Films. Anders war das nun beim ARD-Biopic „Romy“, das am Mittwoch, 11. November, in der ARD zu sehen war.

Einer der Gründe dafür ist, dass Schwarz „La Schneider“ nicht spielt, sondern interpretiert. Es wurde im Vorfeld der Ausstrahlung viel daüber gesprochen, wie wichtig die Ähnlichkeit zwischen Romy und der sie verkörpernden Schauspielerin ist – inzwischen muss ich sagen: nicht besonders. Regisseur Torsten C. Fischer schenkt seiner Actrice den Freiraum, ihre eigene Version von Romy Schneider zu (er)finden – und das funktioniert viel besser als reines Abpausen.

Zu diesem Vertrauen schenkt Fischer der Schauspielerin unendlich viel Zeit, sich mal verträumt, mal wütend entschlossen in Nahaufnamen zu geben, die dem Zuschauer angenehm im Gedächtnis bleiben. So zum Beispiel, als Schneider Harry Meyen (großartig: Thomas Kretschmann) erzählt, sie erwarte ein Kind von ihm; quälend lang ruht die Kamera da auf Schwarz' Gesicht, das den Moment intensiv trägt. Oder wenn die schwarzsche Romy mit flirtendem Blick zu ihrem Geliebten mit ihren Fingern zart durch die Kristalle einer edlen Lampe fährt, dazwischen an einem Glas tiefroten Weins nippt, sich dreht und in sich selbst verliert, wie in Unkenntnis der sie beobachtenden Kamera.

Rar bleiben dagegen die Szenen, in denen man der 32-jährigen Schwarz ihre Romy nicht abnimmt; es sind vor allem jene mit ihrem Sohn David (u.a. David Haubenstock), aber auch der Teil des Films, als sie während der Verfilmung von „Gruppenbild mit Dame“ an Heinrich Böll schreibt, von dem sie sich nicht gewertschätzt fühlt.

Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Frauen lässt sich übrigens am Ende tatsächlich nicht verhehlen – das verbindende Element ist ihre Gestik. Wie Romy arbeitet auch Schwarz viel mit den Händen und es tut gut, wenn in besonders intensiven Momenten ihr Gesicht oft nur in den Ausschnitten zwischen ihren langen Fingern zu sehen ist, eine filmische Andeutung dessen, was die Realität einst schrieb. Die Fernsehkritik zum Film gibt es hier.
 
Und wer diesem Link folgt, landet im Hotel „die träumerei“, das Jessica Schwarz gemeinsam mit ihrer Schwester Sandra in einem alten Fachwerkhaus in Michelstadt im Odenwald betreibt. Eine Reise in meine alte Heimat kann ich natürlich jederzeit nur empfehlen – und das auch ohne selbst in dem Hotel gewesen zu sein…
 

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