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| Fotos: ARD – Pressedienst |
Zu diesem Vertrauen schenkt Fischer der Schauspielerin unendlich viel Zeit, sich mal verträumt, mal wütend entschlossen in Nahaufnahmen zu geben, die dem Zuschauer angenehm im Gedächtnis bleiben. So zum Beispiel, als Schneider Harry Meyen (großartig: Thomas Kretschmann) erzählt, sie erwarte ein Kind von ihm; quälend lang ruht die Kamera da auf Schwarz’ Gesicht, das den Moment intensiv trägt. Oder wenn die schwarzsche Romy mit flirtendem Blick zu ihrem Geliebten mit ihren Fingern zart durch die Kristalle einer edlen Lampe fährt, dazwischen an einem Glas tiefroten Weins nippt, sich dreht und in sich selbst verliert, wie in Unkenntnis der sie beobachtenden Kamera.
Rar bleiben dagegen die Szenen, in denen man der 32-jährigen Schwarz ihre Romy nicht abnimmt; es sind vor allem jene mit ihrem Sohn David (u.a. David Haubenstock), aber auch der Teil des Films, der aus der Zeit erzählt, als sie während der Verfilmung von „Gruppenbild mit Dame“ an Heinrich Böll schreibt, von dem sie sich nicht gewertschätzt fühlt. Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Frauen lässt sich übrigens am Ende tatsächlich nicht verhehlen – das verbindende Element ist ihre Gestik. Wie Romy arbeitet auch Schwarz viel mit den Händen und es tut gut, wenn in besonders intensiven Momenten ihr Gesicht oft nur in den Ausschnitten zwischen ihren langen Fingern zu sehen ist, eine filmische Andeutung dessen, was die Realität einst schrieb. Die Fernsehkritik zum Film gibt es hier.*
